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ARD alpha

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"Der böse Osten"

Diskriminierung per Kompass

Veröffentlichung:15.5.2023

Das Video „Der böse Osten – Diskriminierung per Kompass“ aus der ARD-Alpha-Reihe RESPEKT – Demokratische Grundwerte für alle! beleuchtet die lange Geschichte und die heutigen Formen von Diskriminierung gegenüber vermeintlich „osteuropäischen“ Menschen. Die Reportage zeigt, wie der „Osten“ schon seit der Zeit der Aufklärung von Teilen der westlichen Gesellschaft als rückständig, bedrohlich oder minderwertig angesehen wurde und wie diese abwertenden Zuschreibungen im Nationalismus und später im Nationalsozialismus gewalttätige Ausprägungen annahmen. Gleichzeitig wird klar, dass Diskriminierung auch heute weiterwirkt: Menschen mit „osteuropäisch klingenden“ Namen passen diese manchmal an – etwa indem sie sie „eindeutschen“ –, um in Bewerbungen bessere Chancen zu haben. In der Reportage erzählt eine Russlanddeutsche, warum sie heute wieder ihren Geburtsnamen tragen will. Gespräche mit Jugendlichen aus Ex-Jugoslawien zeigen, wie unklar und vielfältig Identitäten zwischen „kroatisch“, „deutsch“ oder „osteuropäisch“ sind und wie wichtig es ist, Zuschreibungen kritisch zu hinterfragen. Außerdem thematisiert der Film, wie innerhalb der sogenannten „Ost-Community“ selbst Diskriminierung und Hierarchien existieren, etwa zwischen einem „weißen Bulgaren“ und einem „Roma-Bulgaren“.



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Das Medium eignet sich im katholischen Religionsunterricht der Sekundarstufe I und II zur Auseinandersetzung mit Themen wie Menschenwürde, Vorurteile, Diskriminierung, Identität und Solidarität. Relationale und ethische Fragestellungen lassen sich hier religionspädagogisch aufgreifen, insbesondere im Rahmen des christlichen Menschenbildes: Jeder Mensch besitzt unverlierbare Würde und Gleichwertigkeit unabhängig von Herkunft, Kultur oder Namen. Methodisch kann der Film in mehreren didaktischen Phasen eingesetzt werden: Zunächst können kurze Sequenzen als Impulse dienen, um die Lernenden emotional und kognitiv zu aktivieren – z. B. indem sie über eigene Erfahrungen mit Zuschreibungen und Vorurteilen berichten. Anschließend bietet sich eine Partner- oder Gruppenarbeit an, in der zentrale Begriffe wie „Osten“, „Identität“ oder „Zuschreibung“ gemeinsam definiert und reflektiert werden. Im biblischen Anschluss können Texte wie Galater 3,28 („Da ist nicht mehr Jude noch Grieche…“) oder Mt 25,40 („Was ihr getan habt…“) dialogisch hinzugezogen werden, um die christliche Perspektive auf Gleichwertigkeit, Nächstenliebe und soziale Gerechtigkeit zu thematisieren. In einer kritischen Reflexionsphase können Schüler*innen untersuchen, wie gesellschaftliche Narrative und sprachliche Zuschreibungen diskriminierende Wirkungen entfalten und inwiefern sie selbst Teil dieser Dynamiken sind. Abschließend kann eine kreative Aufgabe stehen, z. B. das Erstellen eines „Kompass zur Anerkennung“, in dem positive Begriffe wie Respekt, Würde, Vielfalt und Begegnung im Zentrum stehen und mit konkreten Handlungsstrategien verknüpft werden.

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